Burmester Laufwerk-Wandler

Der digitale Superlativ

Das derzeit beste CD-Laufwerk/Wandler-Gespann kommt aus Berlin. Mit dem Traumpaar 969/970 gelang Dieter Burmester der weltweite Durchbruch. Zu Recht.

 

Als Dieter Burmester uns vor zwei Jahren sein riemengetriebenes CD-Laufwerk 969 (um 34500 Mark) zum Exklusivtest überreichte, erlebten wir eine Sensation. Niemals zuvor hatte ein digitales Drehwerk so musikalisch, dynamisch und klangfarbenreich aufgetrumpft. Technisch und hinsichtlich des Aufwandes an einen großen Analog-Plattenspieler angelehnt, verblüffte der 969 mit einem musikalischen Fluß, den Vinyl-Liebhaber bis dahin nur ihren Spielzeugen zugestanden hatten. Verdammt nah an der LP, konstatierten die Tester, in einigen Bereichen sogar deutlich überlegen.

Eine Anfangseuphorie, die sich nach einigen Monaten relativierte? Mitnichten, der 969 vermochte im zweijährigen Dauerbetrieb nur Pluspunkte zu sammeln – weil er keinen Eigenklang produzierte, sondern sich ergeben der Software unterordnete. AUDIO dachte, daß mit dem 969 die Entwicklung abgeschlossen sei und weitere Verbesserungen im Rahmen des bisherigen (und aller Wahrscheinlichkeit nach auch noch geraume Zeit gültigen) Digitalstandards nicht zu erwarten seien. So kann man sich irren.

Der Sprung nach vorn gelang über einen Umweg. Burmesters ultimativer neuer D/A- Wandler 970 – getestet in AUDIO 10/1998, Preis: 38000 Mark – zog an der langjährigen Konverter-Referenz mbl 1611 vorbei und erreichte mit der Clock-Link-Verbindung ein neues Niveau in der Wiedergabe von CDs. Clock-Link, was verbirgt sich dahinter? Außer der obligatorischen Digitalstrippe zwischen CD-Transport und Wandler spannt sich in diesem Fall eine zusätzliche Verbindung. Sie gibt den im Konverter erzeugten Takt an das Laufwerk weiter, dessen eigener Oszillator folglich außer Betrieb gesetzt wird. Zumindest bei den aktuellen Geräten wirkte diese präzisionsfördernde Methode äußerst segensreich. Das Klangbild erschien deutlich aufgeräumter, feinste dynamische Verästelungen wurden einfach besser herausgearbeitet. Derzeit setzen die Topkombinationen von Wadia, Spectral und eben Burmester auf diese technische Finesse, bei dem Berliner Gespann ist der Zugewinn indes am deutlichsten.

Module
Modular bedeutet aufrüstbar: Das clevere Konzept des Burmester-D/A-Wandlers 970 ist fit für die Zukunft. In Kürze offeriert die Berliner Schmiede eine Version mit 24Bit/96kHz.

Von der Clock-Link-Idee profitiert das CD-Laufwerk so offenkundig, daß sich Besitzer des 969 (oder des kleineren 979) derzeit nur für den Wandler 970 interessieren sollten. Die Verbandelung mit Fremdfabrikaten führte zwar zu herausragenden Klangresultaten, das Optimum ließ sich aber nur über die hauseigene Verbundlösung verwirklichen. Dabei ist der Burmester ein auf Zukunftssicherheit programmiertes Gerät. Ganz gleich, was einmal Realität wird oder auch nicht, der 970 kann jeden künftigen DigitaIstandard verarbeiten.

Doch wer das Berliner Duo hört, der wird sich darüber keine ernsthaften Gedanken machen. Der wird nichts vermissen, der wird nicht sehnsüchtig auf ein neues Digitalformat schielen, sei es DVD mit 24 Bit/96 Kilohertz oder SACD. Und zum Abspielen einer CD gibt es derzeit nichts, was der Zauberformel 969+970 ernsthafte Konkurrenz macht.

Und damit gibt es auch keine Alternative zu Burmester in einer Anlage, in der für Kompromisse kein Platz ist. Zu den 756500 Mark, die alleine die Verstärkerelektronik von Audio Note verschlingt, addieren sich weitere 72500 Mark für Digitalequipment vom Allerfeinsten. Neue Zwischensumme: 829000 Mark.


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